SIMOND Makalu 45/70

SIMOND Makalu 45/70

Der SIMOND Makalu 45/70 von Decathlon ist ein variabel einsetzbarer Tourenrucksack mit Fokus auf geringem Gewicht und einfacher Konstruktion. In der Praxis zeigt sich jedoch schnell, dass nicht alle Features für Trekking optimal umgesetzt sind.

Getestet wurde der Rucksack unter realen Bedingungen, unter anderem auf einer längeren Tour im Hochschwab.

Erster Eindruck und Verarbeitung

Der Rucksack wirkt insgesamt robust und zweckmäßig. Das Material ist strapazierfähig und für den Einsatz im alpinen Gelände geeignet. Die Konstruktion ist bewusst einfach gehalten, was das Gewicht reduziert, aber auch zu Einschränkungen bei Komfort und Ausstattung führt.

Die auffällige rote Farbe sorgt zudem für eine gute Sichtbarkeit im Gelände.

Tragekomfort und Gewicht

Mit rund 1.200 Gramm gehört der SIMOND Makalu 45/70 zur mittleren Gewichtsklasse. Entfernt man die Rückenplatte, lässt sich das Gewicht auf etwa 900 Gramm reduzieren, ohne dass die Stabilität komplett verloren geht.

Die Polsterung ist minimal:

  • Schultergurte nur leicht gepolstert
  • Hüftgurt ebenfalls dünn ausgeführt

Bei leichtem Gepäck ist der Tragekomfort ausreichend. Mit zunehmendem Gewicht oder auf längeren Strecken wird der Druck – besonders im Hüftbereich – deutlich spürbar.

Volumen und Erweiterung

Der Rucksack bietet ein Basisvolumen von 45 Litern, das sich auf bis zu 70 Liter erweitern lässt.

Diese Erweiterung ist jedoch nur eingeschränkt sinnvoll. Ab etwa 55 bis 60 Litern wird der Rucksack instabil, da sich der Schwerpunkt stark nach oben verlagert. Der obere Bereich beginnt beim Gehen zu wackeln.

Während einer Tour zeigte sich das deutlich: Eine zusätzliche 1,5-Liter-Flasche im oberen Bereich führte dazu, dass der Rucksack spürbar nach hinten kippte.

Stauraum und Organisation

Der SIMOND Makalu 45/70 setzt auf ein großes Hauptfach mit wenigen Zusatzfächern.

Deckeltasche

Die Deckeltasche ist abnehmbar, aber relativ klein. Eine kompakte Kamera passt hinein, jedoch nur knapp. Für größere Ausrüstung ist sie schnell zu klein.

Hüftgurttaschen

Die beiden Hüftgurttaschen sind sehr klein und in der Praxis kaum nutzbar. Selbst Smartphones passen nur schwer hinein.

Außenfach

Zusätzlich gibt es ein kleines Reißverschlussfach, das ebenfalls nur begrenzt Platz bietet.

Fehlende Seitentaschen

Ein klarer Nachteil ist das Fehlen von Seitentaschen für Wasserflaschen. Gerade beim Trekking ist ein schneller Zugriff auf Wasser wichtig.

Ohne diese Möglichkeit muss der Rucksack entweder abgesetzt werden oder man greift zu improvisierten Lösungen. In der Praxis wurde ein externer Flaschenhalter seitlich befestigt.

Praxiseinsatz im Gelände

Der Rucksack wurde auf einer etwa 60 km langen Tour im Hochschwab im Sommer getestet.

Zum Einsatz kamen:

  • Waldwege
  • steinige Passagen
  • alpine Abschnitte

Bei leichtem Gepäck funktioniert der Rucksack solide. Mit zunehmender Beladung nehmen Komfort und Stabilität jedoch deutlich ab.

Stärken und Schwächen im Überblick

Stärken

  • Relativ geringes Gewicht
  • Herausnehmbare Rückenplatte zur weiteren Gewichtsreduktion
  • Abnehmbare Deckeltasche für flexible Nutzung
  • Erweiterbares Volumen (mit Einschränkungen nutzbar)
  • Robuste und unkomplizierte Konstruktion
  • Auffällige Farbe für bessere Sichtbarkeit im Gelände

Schwächen

  • Keine Seitentaschen für Wasserflaschen
  • Sehr kleine Hüftgurttaschen mit geringer Praxistauglichkeit
  • Deckeltasche nur begrenzt nutzbar
  • Instabilität bei starker Volumenerweiterung
  • Minimal gepolsterte Schulter- und Hüftgurte, dadurch eingeschränkter Komfort bei höherem Gewicht

Fazit

Der SIMOND Makalu 45/70 ist ein einfacher, funktionaler Trekkingrucksack mit Fokus auf geringem Gewicht und reduzierter Ausstattung. Für minimalistische Touren kann er eine brauchbare Option sein.

Sobald jedoch mehr Komfort, bessere Organisation oder höhere Stabilität gefragt sind, stößt der Rucksack an seine Grenzen.

Gesamtbewertung: 3,5 von 5 Punkten