Himalaya – Teil 2: Trekking im Everest-Gebiet (Lukla bis Tengboche)

Geplante Etappen
Vor der Reise habe ich meine Route im Voraus geplant. Ziel war es, von Lukla aus bis zum Everest Base Camp zu wandern. Die folgende Tabelle zeigt die ursprünglich geplanten Etappen meiner Trekkingtour.
Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich jedoch sagen, dass man für einen solchen Zeitplan körperlich sehr fit sein sollte. Die Etappen sind teilweise lang und führen schnell in größere Höhen, wodurch der Plan recht anspruchsvoll werden kann.
Außerdem entsteht durch einen engen Zeitplan schnell zusätzlicher Druck, die einzelnen Etappen unbedingt einhalten zu müssen. Gerade im Hochgebirge ist es jedoch sinnvoll, flexibel zu bleiben und genügend Zeit für Akklimatisation und mögliche Pausen einzuplanen.
| Tag | Strecke | Distanz | Höhenlage | Gehzeit | Höhenmeter |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Lukla → Phakding | 8 km | 2.860 m → 2.610 m | 3–4 Std. | ↑100 m ↓250 m |
| 2 | Phakding → Namche Bazaar | 11 km | 2.610 m → 3.440 m | 5–6 Std. | ↑830 m ↓100 m |
| 3 | Akklimatisation Namche → Everest View Hotel | 5 km | 3.440 m ↔ 3.880 m | 3–4 Std. | ↑↓440 m |
| 4 | Namche Bazaar → Tengboche | 10 km | 3.440 m → 3.870 m | 5–6 Std. | ↑750 m ↓320 m |
| 5 | Tengboche → Dingboche | 11 km | 3.870 m → 4.410 m | 5–6 Std. | ↑600 m ↓60 m |
| 6 | Dingboche → Nangkartshang Peak → Dingboche | 6 km | 4.410 m ↔ 5.080 m | 4–5 Std. | ↑↓670 m |
| 7 | Dingboche → Chukhung Ri → Dingboche | 13 km | 4.410 m ↔ 5.550 m | 6–7 Std. | ↑↓1.140 m |
| 8 | Dingboche → Lobuche | 9 km | 4.410 m → 4.910 m | 5–6 Std. | ↑500 m |
| 9 | Lobuche → Gorak Shep → Everest Base Camp → Gorak Shep | 12 km | 4.910 m → 5.364 m → 5.164 m | 7–9 Std. | ↑↓450 m |
| 10 | Gorak Shep → Kala Patthar → Pheriche | 14 km | 5.164 m → 5.545 m → 4.371 m | 7–8 Std. | ↑380 m ↓1.200 m |
| 11 | Pheriche → Namche Bazaar | 18 km | 4.371 m → 3.440 m | 6–8 Std. | ↓930 m |
| 12 | Namche Bazaar → Lukla | 19 km | 3.440 m → 2.860 m | 6–7 Std. | ↓580 m ↑100 m |
| 13 | Lukla → Kathmandu (Flug) | Flug | 2.860 m → 1.400 m | ca. 30 Min. | – |
Diese Planung orientierte sich an der klassischen Route zum Everest Base Camp in der Khumbu-Region.
Beschreibung meiner Etappen
Tag 1 – Ankunft in Lukla
Nach dem Flug von Kathmandu nach Lukla begann meine Reise im Khumbu-Gebiet. Lukla liegt auf etwa 2.860 m Höhe und ist der Ausgangspunkt für viele Trekkingtouren in Richtung Everest. Nach der Landung blieb ich zunächst in Lukla, um mich etwas an die Höhe zu gewöhnen und mich auf die kommenden Wandertage vorzubereiten.
Tag 2 – Lukla → Phakding
Am nächsten Tag begann die Wanderung nach Phakding. Der Weg führt überwiegend bergab entlang des Dudh-Kosi-Flusses und durch mehrere kleine Sherpa-Dörfer. Unterwegs überquert man mehrere Hängebrücken. Die Strecke ist relativ einfach und eignet sich gut als Einstieg in das Trekking.
Tag 3 – Phakding → Monjo
Von Phakding ging es weiter in Richtung Monjo. Der Weg folgt weiterhin dem Fluss und führt durch Wälder sowie kleine Siedlungen. Monjo liegt kurz vor dem Eingang des Sagarmatha-Nationalparks. Dort befindet sich auch ein Kontrollpunkt für Trekking-Genehmigungen.
Tag 4 – Monjo → Namche Bazaar
Die Strecke nach Namche Bazaar gehört zu den anstrengenderen Etappen. Nach mehreren Hängebrücken beginnt ein längerer und steiler Anstieg durch einen Wald. Am Ende erreicht man Namche Bazaar auf etwa 3.440 m Höhe. Namche ist das wichtigste Zentrum der Khumbu-Region mit vielen Lodges, Geschäften und Restaurants.
Tag 5–7 – Aufenthalt und Akklimatisation in Namche Bazaar
In Namche Bazaar blieb ich insgesamt drei Tage, um mich besser an die Höhe anzupassen. Während dieser Zeit unternahm ich auch eine Wanderung zum Everest View Hotel. Von dort hat man bei guter Sicht einen beeindruckenden Blick auf mehrere hohe Gipfel der Region, darunter Mount Everest, Lhotse und Ama Dablam.
Tag 8 – Namche Bazaar → Lawi Shyasa
Nach dem Aufenthalt in Namche setzte ich meine Wanderung fort und ging weiter nach Lawi Shyasa. Der Weg verläuft teilweise entlang der Berghänge mit weiten Ausblicken auf die umliegenden Berge. Unterwegs wechseln sich kleinere Auf- und Abstiege ab.
Tag 9 – Lawi Shyasa → Tengboche
Von Lawi Shyasa führte die Route weiter nach Tengboche. Der Weg verläuft zunächst leicht bergab bis zum Fluss und steigt anschließend wieder an. Tengboche ist bekannt für sein buddhistisches Kloster und die beeindruckende Bergkulisse der Umgebung.
Von Tengboche aus plante ich ursprünglich weiter in Richtung Dingboche und später bis zum Everest Base Camp zu wandern. Aufgrund gesundheitlicher Probleme und der begrenzten Zeit entschied ich mich jedoch, meine Tour an diesem Punkt zu beenden.
Warum ich die Tour früher beenden musste
Ursprünglich hatte ich geplant, die gesamte Route bis zum Everest Base Camp zu gehen. Während der Wanderung stellte sich jedoch heraus, dass dies für mich in diesem Moment nicht realistisch war.
Ein wichtiger Faktor war die begrenzte Zeit. Für meine gesamte Reise standen mir nur etwa zweieinhalb Wochen zur Verfügung. Dadurch war mein Zeitplan relativ knapp und ließ nur wenig Spielraum für zusätzliche Akklimatisationstage.
Hinzu kam, dass ich mich vor der Reise körperlich nicht speziell vorbereitet hatte. Ich hatte kein gezieltes Fitness- oder Ausdauertraining gemacht. Bereits ab Phakding begann ich erste Auswirkungen der Höhe zu spüren.
Während der nächsten Etappen verschlechterte sich mein Zustand. Ich bekam gesundheitliche Probleme, darunter Durchfall und Erbrechen. In Kombination mit der zunehmenden Höhe wurde das Trekking dadurch deutlich anstrengender.
Als ich Tengboche erreichte, entschied ich mich deshalb, die Tour nicht weiter fortzusetzen. In größeren Höhen sollte man gesundheitliche Probleme ernst nehmen und kein unnötiges Risiko eingehen.
Was ich im Nachhinein anders machen würde
Rückblickend gibt es einige Dinge, die ich bei einer ähnlichen Reise anders planen würde.
Mehr Zeit für die Tour einplanen
Für meine Reise hatte ich insgesamt nur etwa zweieinhalb Wochen Zeit. Bei einer erneuten Trekkingtour im Himalaya würde ich mehr Zeit einplanen, um zusätzliche Ruhetage und Akklimatisationstage einbauen zu können.
Gezieltes Fitness-Training vor der Reise
Vor der Reise habe ich kein spezielles Ausdauer- oder Krafttraining gemacht. Gerade bei längeren Aufstiegen in großer Höhe macht sich eine gute Grundkondition deutlich bemerkbar.
Mehr Aufmerksamkeit auf die Höhenanpassung legen
Bereits ab Phakding habe ich erste Auswirkungen der Höhe gespürt. Im Nachhinein wäre es sinnvoll gewesen, noch vorsichtiger mit dem Höhenanstieg umzugehen und gegebenenfalls zusätzliche Ruhetage einzulegen.
Flexibler planen
Ein zu enger Zeitplan erhöht den Druck, Etappen unbedingt schaffen zu müssen. In abgelegenen Bergregionen kann es jedoch jederzeit zu Verzögerungen kommen, zum Beispiel durch Wetter oder gesundheitliche Probleme.